Internetnutzer reagieren auf Überwachungsskandal

In regelmäßigen Abständen führen wir Umfragen durch und befragen unsere Nutzer zu aktuellen Themen wie Datenschutz, Selbstmarketing und Personensuche. Unsere letzte Umfrage befasste sich zum Beispiel mit der Frage rund um Anonymität im Netz im Zuge der Online-Überwachung durch Prism und Tempora. Das Ergebnis war, dass die Mehrheit der Internnetnutzer in Deutschland gegen Anonymität im Netz ist. Auch unsere aktuelle Umfrage zeigt, dass sich der Umgang mit privaten Informationen im Internet seit den Abhörskandalen gravierend geändert hat.

Der NSA-Abhörskandal hat demnach direkte Auswirkungen auf das Verhalten der Internetnutzer und deren Umgang mit persönlichen Daten. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Umfrage von Yasni unter 1.200 Internetnutzern aus Deutschland. Knapp 50% der Befragungsteilnehmer haben ihre Internetnutzung seit dem Datenskandal bewusst reduziert oder bewegen sich verstärkt anonym im Netz.

32% geben an, regelmäßig die eigenen Spuren im Netz zu überprüfen. Bemerkenswert ist vor allem, dass immer noch etwa 20% der Internetnutzer sich durch die flächendeckende Überwachung durch Prism und Tempora nicht betroffen fühlen. Internetnutzer reagieren auf Überwachungsskandal weiterlesen

Deutsche sind gegen Anonymität im Netz

Eine Umfrage von Yasni zeigt, dass trotz der Überwachung durch Prism und Tempora nur ein Drittel der Internetnutzer im Netz anonym bleiben will. Wir befragten dazu im Zuge der bekannt gewordenen Online-Überwachung durch die USA und Großbritannien 1.000 Internetnutzer aus Deutschland zum Thema Anonymität im Netz.

52% der Umfrageteilnehmer wollen sich aktiv im Netz zeigen, aber dabei bestimmte Bereiche der eigenen Privatsphäre schützen. 15% der Befragten sind sogar für ein Verbot von Anonymität im Netz und nur 33% sind – wie einige Datenschützer – für die totale Unsichtbarkeit von Personendaten.

umfrage_privacy

Deutsche sind gegen Anonymität im Netz weiterlesen

Es gibt auch ein Recht auf Erinnern

Im Netz einen guten Ruf zu behalten, ist nicht immer einfach. Vor allem, da es online kein pauschales Recht auf Vergessen gibt. Öffentliche Daten, Links oder Fotos werden nun mal von Suchmaschinen gefunden, können von Dritten kopiert oder gespeichert werden und häufig ist die Quelle der Information nur schwer zu identifizieren und zu kontaktieren. Eine Löschung ist dann meistens mit einem gewissen Aufwand verbunden, sei es Zeit, Nerven oder Geld.

Dass ein Recht auf Vergessen eine ziemlich unrealistische Forderung ist, wurde hier im Blog schon häufiger thematisiert. Und es gibt auch andere Stimmen, wie die von Prof. Dr. Gerrit Hornung, der an der Universität Passau den Lehrstuhl für Öffentliches Recht, Informationstechnologierecht und Rechtsinformatik innehat.

image

Es gibt auch ein Recht auf Erinnern weiterlesen