Spotted, ein neuer Trend im Netz

Ein neuer Trend geht um in Europa und dieser Trend heißt „spotted“. Er stammt aus Großbritannien, verbreitet sich vor allem an Hochschulen rasend schnell, bedient sich des sozialen Netzwerks Facebook und wie so oft dreht sich dabei alles um die große Liebe.

In der Lerngruppe zur mittelhochdeutschen Grammatik, während des Biers nach der Klausur oder im Rückfenster des just verpassten Busses entdecken Sie ihren Traummann oder ihre Traumfrau, doch Ihnen fehlen Mut, Worte und Spontanität, um den ersten Schritt zu wagen? Damit es vielleicht doch noch zu einem Happy End kommt, reicht mittlerweile eine Beschreibung der Situation, des Ortes der Zusammenkunft und natürlich der betreffenden Person.

Neben Universitäten und Bibliotheken haben mittlerweile auch Diskotheken oder städtische Verkehrsbetriebe eine Fansite auf Facebook eröffnet, die ihre herzzerreißenden Suchbotschaften (Bereits sehnsüchtig erwarte ich ein Best-of in Buchform!) veröffentlichen. Unerkannt, gespannt und hoffnungsvoll wird abgewartet, wie Haltestellenherkules oder Bücherfee reagieren.

Blöd nur, wenn man nicht nur sich selbst wiedererkennt, sondern Freunde das eigene Facebook-Profil mit dem Gesuch verknüpfen. Ganz schnell ist es dann mit der Anonymität vorbei. Und auch wenn Jörg Klingbeil, Landesdatenschutzbeauftragter von Baden-Württemberg, die Seiten für weitestgehend harmlos hält, so sind sie doch keinesfalls ganz unbedenklich. Die Grenzen von Öffentlichkeit und Privatheit verschwimmen schnell, bedenkt man, dass manche spotted-Seiten bereits mehrere Tausend Freunde aufweisen. Bevor also der Dozent „entdeckt“, dass man die Abschlussklausur in der Kneipe, und die Mutter, dass man den Familiengeburtstag lieber in der Bibliothek verbracht hat, sollte man das Gesuch schleunigst entfernen lassen.

Wer jedoch nicht eine gemeinsame Zukunft im Sinn hat, sondern alte Kollegen oder Freunde wiederentdecken will, dem bietet Yasni die Möglichkeit, eine Vermisstenanzeige aufzugeben. Unter dem gesuchten Namen finden sich oft eine öffentliche Telefonnummern oder E-Mail-Adressen. Wenn nicht, hilft vielleicht eine kostenlose Anzeige weiter. Diese werden durch den Support moderiert, um Missbrauch zu vermeiden, und es ist ebenso wenig möglich, öffentlich zu antworten. Der Gesuchte kann also selbst entscheiden, ob er „entdeckt“ wird, ob er den Kontakt aufnehmen möchte.

3 thoughts on “Spotted, ein neuer Trend im Netz”

  1. Nun ja, wieder etwas Neues, für die Jugend doch toll, und für die Medien sowieso. Spotted- solange man nicht sagen muss: „Spotted“ spottet jeder Beschreibung, kann mans wohl tolerieren….

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