Studie zur Online-Präsenz von Kindern

Eine sehr interessante Studie aus dem USA mit dem treffende Titel Digital Birth: Welcome to the Online World zeigt, dass aktuell bereits 92% der 2-jährigen Kinder in den USA im Internet in irgendeiner Form präsent sind! Eine erschreckende Zahl oder ein natürliches Phänomen unserer digitalen Welt? Ist es zu rechtfertigen, dass Eltern Fotos ihrer Kinder ins Netz stellen, ohne dass die Kinder dem (logischerweise) zugestimmt haben? Was geschieht, wenn die Fotos sich im Netz vervielfältigen und das Kind ein paar Jahre mehr auf dem Buckel hat und es dann gar nicht mehr so witzig findet, was die Eltern im Übereifer und vor lauter Elternstolz ins Netz gestellt haben?

Gerade vor dem aktuellen Hintergrund, dass Jugendliche selbst häufig ohne größeres Nachdenken (zu) viele und vor allem falsche Informationen über sich ins Netz stellen. Sollten da Eltern nicht lieber darauf verzichten und das eigene Kind selbst darüber entscheiden lassen, was und wann ins Netz kommt? Laut der Studie haben in den USA jedenfalls ein Drittel der Mütter Fotos ihrer Neugeborenen ins Internet gestellt. Natürlich ohne böse Absicht. Insgesamt wurden 2.200 Mütter mit kleinen Kindern in den Vereinigten Staaten, Großbritannien, Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Kanada, Australien, Neuseeland und Japan befragt. Amerikanische Eltern, so die Studie, stellen eher Bilder und Informationen ihrer Kinder online als Eltern aus den anderen Ländern. Aber immerhin auch 73% der befragten Eltern aus Großbritannien, Spanien, Frankreich, Deutschland und Italien sagten, sie seien durchaus bereit, Bilder ihrer Kinder in Foren, Blogs oder Social Networks zu posten oder haben es bereits getan.

Study: 92% of U.S. 2-year-olds have online record

Die durchschnittliche „digitale Geburt“ von Kindern geschieht nach der Studie etwa im Alter von sechs Monaten und bei einem Drittel der Kinder sind innerhalb von zwei Wochen nach der Geburt Bilder online. Es ist sicher verständlich, dass Eltern stolz sind und die Bilder mit Freunden und Verwandten teilen möchten. Dennoch sollte man immer bedenken, dass das Netz nichts vergisst und man möglicherweise gegen den Willen der Kinder handelt, wenn man Babyfotos von ihnen im Netz verteilt.

Um Eltern und Kindern eine zusätzliche Hilfestellung zu geben, hat Yasni erst kürzlich gemeinsam mit Kooperationspartnern wie Kinkon und SCHAU HIN! die Seite kind-im-internet.de gestartet. Ziel der Seite ist es, Eltern und Kinder bei der gemeinsamen Entdeckung des Internets unterstützen. Und die Studie aus den USA zeigt, dass dafür definitiv Bedarf besteht und Eltern immer bedenken sollten, was das Internet wirklich über ihr Kind wissen soll.

Was weiß das Internet über Ihr Kind?

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