Kinder interessieren sich online für Pornos, Shopping und Netzwerke

Was machen Kinder, wenn sie online unterwegs sind? Welche Webseiten besuchen sie regelmäßig und welche Themen interessieren sie? Fragen, auf die viele Eltern sicher sehr gerne eine Antwort wissen würden. Denn Eltern müssen ihre Kinder im Netz schützen. Sie haben Verantwortung, dennoch haben es Kinder und Jugendliche meistens an sich, dass sie sich nicht gerne kontrollieren lassen. Und sich ein wenig Privatsphäre behalten wollen. Und das Netz bietet bekanntlich so manche Möglichkeit, sich der Kontrolle der Eltern zu entziehen.

Doch wofür genau nutzen nun Kinder das Internet am häufigsten? Der Antivirenhersteller Kaspersky hat nun herausgefunden, dass es weltweit vor allem Pornos, Onlineshops und soziale Netzwerke sind. Auch in Deutschland dominieren Webseiten mit expliziten Inhalten:

http://www.securelist.com/en/images/vlweblog/children_pic03.png

 

Kaspersky hat hierzu die Nutzungsdaten der Kinderschutzfunktion seiner Security-Software ausgewertet, dank dieser der Anbieter nachvollziehen kann, auf welchen Webseiten sich Kinder im Netz bewegen. Deutschlands Kinder und Jugendliche besuchen demnach am häufigsten Webseiten mit pornografischen Inhalten (25,7%), gefolgt von Onlineshops (20,7%) und Social Networks (18,3%).

Spannend wäre hier noch die Frage, ob die Kinder aus der Auswertung wussten, dass ihre Nutzungsdaten von Kaspersky und ihren Eltern ausgewertet werden. Vermutlich nicht, denn dann hätten sie wohl nicht so viele Seiten mit pornographischen Inhalten angesteuert. Und mit der Zeit lernt der Nachwuchs auch, wie solche Software umgangen werden kann. Und eine vertrauensbildende Maßnahme seitens der Eltern ist so ein Vorgehen ja auch nicht unbedingt.

Möglicherweise sollte man die Überwachung der Kinder auf die größten und gröbsten öffentlichen Schnitzer eingrenzen, damit man hier wenigstens zeitnah reagieren kann. Man kann sich zum Beispiel mit Yasni regelmäßig kostenlos alle neuen Ergebnissen zum Namen des eigenen Kindes per E-Mail zusenden lassen.

14 thoughts on “Kinder interessieren sich online für Pornos, Shopping und Netzwerke”

  1. “ Und eine vertrauensbildende Maßnahme seitens der Eltern ist so ein Vorgehen ja auch nicht unbedingt.“

    Und eine vertrauensbildende Maßnahme von Yasni ist es nicht, allen möglichen Inhalt aus dem Internet zu aggregieren, zusammenzuschaufeln und jedem der es möchte, darzustellen. Dagegen ist PRISM ja Kindergarten, die haben das wenigstens keinem gezeigt. 😉

    In was für einer Welt leben wir eigentlich, in der ein Unternehmen Geschäfte mit persönlichen Daten von Leuten machen können, ohne dass die Betroffenen irgendeine Chance haben, dem Einhalt zu gebieten?

    Verschärfung des Datenschutzes JETZT!

  2. Yasni ist eine Suchmaschine. Und der Sinn einer Suchmaschine ist es, Informationen anzuzeigen. Frei verfügbare Informationen anzuzeigen wollen Sie jetzt doch nicht ernsthaft mit PRISM vergleichen, oder?

  3. Betreffs der für Kinder online zugänglichen Daten und Links über Porno und mehr:

    Erstens muss man sich eigentlich erst bei Yasni registrieren,
    um ALLE Infos abrufen zu können, und

    zweitens: von welchen „zusammen geschaufelten Daten“ sprechen/schreiben Sie, Herr Rosenberg?

    Daten mit Porno-Inhalten gibt es hier nicht. Dafür sorgt Yasni.Oder habe ich Ihre Worte falsch verstanden? Bei google wird der Nachwuchs schnell fündig.

    Die Möglichkeit, die angesprochen wird betreffs Datensammlung über das Kind und seine „Favoritenseiten“, ist in meinen Augen allerdings erzieherisch nicht gerade die beste.Eine Notfalllösung eben, wie ich Florian Schütz verstanden habe. Wenn sie benutzt wird, dann müssen andere, z.B. aufklärende folgen.

  4. Aufklärung, gute Erziehung und auch Vertrauen in die eigenen Kinder sind sicher wichtiger, als jedes Überwachungstool. Aber das liegt natürlich bei den Eltern. Meistens sind die Kids heutzutage doch so fit, dass sie es mitbekommen, wenn die Eltern das Surfverhalten mittracken. Kommt ja auch eher selten vor, dass Eltern und Kinder den gleichen Rechner benutzen, oder?

  5. Sich hier über Yasni aufzuregen ist hier leider völlig unangebracht. Hier im Blog werden externe Quellen kommentiert, wobei ich das Thema durchaus interessant finde. Selbst wenn ich noch keine Online-Aktivitäten von Kindern (mangels solcher) überwachen muss, zeigt der Kaspersky-Bericht deutlich, dass Eltern hier eine größere Verantwortung übernehmen müssen, als das aktuell der Fall ist.

    Yasni ist eine Suchmaschine, aber auch bei weitem nicht die einzige im Internet, die sich auf Personenbezogene Daten spezialisiert hat. Technologie und Fortschritt sind nunmal nicht aufzuhalten, sei es in Form von Google StreetView oder spezialisierter Suchmaschinen.

  6. Verantwortungsvolle Eltern werden sich informieren und Sicherstellen das ihr Kinder einen vernünftigen Umgang mit dem Netz erlernen.
    Schwimmen und Fahrradfahren wird Kinder ja auch gelehrt, also müssen Eltern dies auch heutzutage umsetzen. Außerdem gibt es genug Software die Schmudelseiten erfolgreich sperren !
    Gruß http://www.hauptstadtdetektei.de
    Marco Pandera

  7. Akku:
    „zeigt der Kaspersky-Bericht deutlich, dass Eltern hier eine
    größere Verantwortung übernehmen müssen, als das aktuell der
    Fall ist.“

    Nun hier haben sich 3 Denkfehler eingeschlichen.
    1. Betrifft diese Statistik nur Nutzer genau jener Kaspersky-
    Software und die Anzahl derer im Vergleich zur Anzahl Eltern
    weltweit dürfte gering sein.
    2. Brauche ich keine solche Software, wenn ich weiß was mein
    Kind im Netz tut. Somit sagt dieser Bericht hier und bei
    Kaspersky kaum etwas darüber aus wieviel Verantwortung Eltern
    übernehemen, also was „aktuell der Fall ist.“ …
    3. Könnte solch eine Software auch EINE Maßnahme von vielen
    sein…

    Armand Braeutigam:
    „Wuerde gern die Statistik der Eltern im Vergleich sehen …“

    Ich auch. Aber noch spannender wäre wieviele Eltern den PC im
    Kinderzimmer statt in Arbeitszimmer/Wohnzimmer nutzen um ihren
    Hobbys unbeobachtet nachzugehen… Denn wer weiß besser welche
    Schmuddelseiten die Kinder „nutzen könnten“ als … 😉

    Zum Artikel:
    Ich denke hier wird vollständig ausser Acht gelassen, wer wann
    und wie solche Software nutzt…

  8. @Adrian:

    Du hast natürlich völlig Recht, dass die Studie Grenzen hat und man das immer im Hinterkopf behalten sollte. Selbst wenn man so eine Software daheim am Rechner hat, geht das Kind ja doch noch mit dem Smartphone oder Tablet von unterwegs online. Dennoch denke ich, dass die Ergebnisse der Studie schon in die richtige Richtung gehen, oder?

  9. Mmh … irgendwie scheint meine Antwort hier abhanden gekommen zu sein, … oder ich habe schlicht vergessen sie abzuschicken bevor ich letztens den Browser schloss…

    Wie auch immer. Also nochmal und gleich etwas überlegter. 😉

    Nein ich denke nicht, dass die Ergebnisse der Studie in die richtige Richtungen gehen können. Nicht mal im Ansatz.

    Wenn dem so wäre, müssten das die Umsatzzahlen der Unternehmen die im Netz ihr Geld verdienen wiederspiegeln und diese hätten längst darauf reagiert.

    Vor allem Social Networks leben zu einem nicht geringen Teil von jungen und/oder jugendlichen Nutzern. Doch Unternehmen wie Facebook kaufen meines Wissens im Moment nicht gerade Firmen wie Beate Uhse auf, sondern eher Browsergame-Studios… Warum wohl ?

    Das Pornografie immer eine hohe Dunkelziffer für sich beanspruchen wird ist klar, logisch und verständlich. Solange es Kinder gibt, kommen diese auch in die Pubertät. Solange es Männer gibt holen sich diese „Lust auf mehr“.

    Dennoch wird es nie das Thema der breiten Masse sein. Dazu ist es dann doch wieder zu natürlich…

    Hinzu kommt: Wann ist etwas Pornografie ?
    Ich finde da gerade Bad-Spiegel-Schnappschüsse von 13-jährigen Mädchen bei Facebook oft bedenklicher als Seiten die offiziell „Pornos“ enthalten.
    Zählt man Facebook also jetzt zu X % zu den Pornoseiten dazu ? ^^

    Was das zweite Thema Shopping angeht, so sieht es noch ungenauer aus. Wenn ich ein Browsergame wie Siedler Online monatelang kostenlos spiele und dann mit einer SMS Spielwährung im Wert von 99 EUR kaufe, zählt es dann zu Shopping oder zu Games ?

    Und vor allem: Wer entscheidet das dann ?
    Ich bin mir sicher, dass es hier rein um die angesurften Seiten geht und damit „eindeutig“ Facebook als Soziale Plattform und Siedler Online ebenso „eindeutig“ als Browsergame gewertet wird. Doch so eindeutig ist es gerade bei Plattformen, die viele Möglichkeiten bieten nicht. Da hängt es von der Nutzung ab.

    Ich nutze zum Beispiel häufig Amazon… habe dort aber noch nie etwas gekauft. Gleiches gilt für mich bei Ebay.
    Denn sowohl Amazon, als auch Ebay sind für mich super Recherche-Quellen und Kauf-Entscheidungs-Helfer…

    Und wie gesagt sollte man nicht vergessen welcher Teil der Eltern solche Software wohl am ehesten einsetzt und bei welcher Art von Kindern… Das vermeintliche „Problemkinder“ eher die Seiten ansurfen die verboten sind, kann auch eine Folge auf das Verhalten der Eltern sein.
    Mal abgesehen davon, dass verbotene Früchte bekanntlich am besten schmecken…

    Ohne eine Unterscheidung von Produkten und Downloads sind eher folgende Themen umsatzfördernd:

    Unterhaltung (Bücher, Musik, Filme & Events)
    Computer (Hard/Software, Games, Accounts & Apps)
    Klamotten (T-Shirts, Schminke, Handtaschen & Schuhe)
    Technik (MP3/4-Player, Konsolen & Konsolenspiele)

    Und zwar in der Reihenfolge.
    So meine bisherigen Erfahrungen und Erkenntnisse auf den Punkt gebracht. Und das scheint sich auch in etwa mit der Marktlage generell zu decken:
    http://goo.gl/XZRq8s Auch wenn die Bitkom leider alle von 14 bis 29 Jahre in einen Topf steckt.

    Doch davon abzuleiten welche Seiten am häufigsten besucht werden, was dort gemacht wird und wie lange, wäre genau so schwachsinnig, wie von den reinen Besuchen auf die Nutzung zu schließen.

    Dazu müsste man schon über den gleichen Zeitraum sowohl angesurfte Seiten, als auch Verweildauer, als auch genutzte Funktionen dort, sowie investiertes Geld in welche Arten von Produkten und/oder Dienstleistungen komplett überwachen.

    Dann hätte man für dieses eine überwachte Gerät eine grobe Vorstellung. Und da die Webseiten vor allem was die genutzten Funktionen angeht oft nicht gerade auskunftsfreudig sind, liefe schon allein das auf eine lückenlose Bildschirmaufzeichnung aller Aktivitäten des Kindes im Browser und/oder am Computer hinaus.

    Vertrauen ?
    Fehlanzeige.

    Das Kind ins und im Netz begleiten ?
    Fehlanzeige.

    Von daher ist es eine Datenerhebung die in erster Linie einen Zweck erfüllt: Nutzern solcher Software das Gefühl zu geben, dass sie das Richtige tun. Oder ?

    Gruß Adrian

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