Mal wieder das deutsche Privatsphäre-Paradoxon

Aus aktuellem Anlass bringe ich mal unsere Sammlung an Statements, Meinungen und Ansichten rund um das Thema Privatsphäre im Internet auf den neusten Stand. Wir hätten hier zum einen den Facebook-Gründer Gesichtserkennung auf Fotos in den USA bereits seit einiger Zeit online ist…und dort gab es keinen solchen Aufschrei des Protestes, wie hier in einigen deutschen Medien.

Privatsphäre-Paradoxon in Deutschland

Und was sagt Google? Ex-CEO Eric Schmidt erläutert in seinen Visionen zur Zukunft des Internets, dass Google im Grunde mehr oder weniger weiß, worüber seine Nutzer nachdenken und jeder selbst Verantwortung für die Informationen trägt, die man im Netz von sich preisgibt.

Ein aktuelles Interview mit Xing-Gründer Lars Hinrichs auf FOCUS Online erweitert unsere Zitate-Sammlung um ein einige interessante Statements. Auch hier wird die Diskussion um den Austausch von privaten Daten als ein typisch deutsches Problem bezeichnet. Ich zitiere Herrn Hinrichs:

“Das ist eine sehr deutsche Debatte. Der Zug Privatsphäre ist vor zehn Jahren abgefahren, den können Sie nicht mehr aufhalten. Privatsphäre im Internet ist ein Paradox – das gibt es nicht mehr. Sie können vielleicht ihre selbst veröffentlichen Bilder kontrollieren. Aber was Dritte über Sie schreiben, kann niemand zurückholen.”

Also auch hier wieder das oben genannte Paradoxon. Auf die Frage, ob wir in Deutschland strengere Gesetze in diesem Punkt benötigen, gibt Herr Hinrichs folgende Antwort:

“Im Gegenteil! Für US-amerikanische Konzerne ist im Internet alles erlaubt, was der Nutzer nicht ausdrücklich ausschließt. Bei uns ist es umgekehrt. Wir Deutsche sind beim Thema Daten paranoid. Die Crux ist: je mehr Datensicherheit, desto weniger Innovation.”

Bei Street View und der Gesichtserkennung könnte man sich diesem Zitat durchaus anschließen. Häufig werden hier nicht die Chancen und der Nutzen gesehen, sondern es wird direkt die Karte Datenschutz gezogen. Heikles Thema auf jeden Fall! Und unserer Meinung nach eines der zentralen Themen der kommenden Jahre. Im Internet haben sich vielfältige Interessensgruppen als Teil-Öffentlichkeiten gebildet, mit denen man sein Leben teilt. Das bedeutet aber nicht, dass gleichzeitig auf die eigentliche Privatsphäre verzichtet wird. Die Definition von öffentlich und privat ist lediglich im Wandel begriffen und wird unserer Meinung nach auch individuell gelebt und erlebt.

Der Wandel vom Informationsmedium zum lebendigen Kommunikationsmittel ging so schnell, dass Viele einfach überfordert sind und als Privatsphäre weiterhin klar definierte einheitliche Daten ansehen. Privatsphäre lässt sich im Internet viel differenzierter und individueller abgrenzen und das muss eben noch gelernt werden. Wichtig für den Schutz der eigenen Privatsphäre im Netz ist, dass man zunächst darüber im Bilde ist, was Dritte über einen schreiben und welche Informationen zum eigenen Namen veröffentlicht werden. Der Schutz persönlicher Daten und mehr Transparenz im Internet sind für Yasni daher seit der Gründung zentrale Anliegen. Mit Yasni können sich Internet-Nutzer mit nur einem Klick einen umfassenden Überblick über alle persönlichen Daten und Informationen verschaffen, die im Internet zum eigenen Namen veröffentlicht sind. Damit sind wir ein wichtiges Tool, wenn es darum geht zu prüfen, wie es um die eigene Privatsphäre bestellt ist.

UPDATE:

Passend zum Thema noch der aktuelle Beitrag Privacy ist für Looser von Olaf Kolbrück. Folgende spannende Thesen als Appetitmacher für den sehr lesenswerten Artikel:

„Privacy-Lobbyisten sind die Vertriebenenverbände der digitalen Gesellschaft.“

„Angst haben ist absurd.“

„Das Bild von der Privatheit war eben schon immer eine Schimäre. Was wir eigentlich meinten, war unsere Intimsphäre. Doch die ist keine Frage des Datenschutzes.“

7 thoughts on “Mal wieder das deutsche Privatsphäre-Paradoxon”

  1. Ich (Laie )
    habe mit Interesse den gesamten Artikel gelesen, auch den Beitrag, der zuletzt erwähnt wurde inkl. Diskussionen.

    Also ich -sorry- kann die Aufregung über den Datenschutz nur zum Teil nachvollziehen.Schon bei der google-Diskussion wars so..
    Man möchte natürlich selbst möglichst genau wissen, was das Netz über einen weiß/schreibt/zeigt.
    Yasni bietet da-denke ich-eine gute Möglichkeit,das herauszufinden. Yasni bietet diesen Servis als Personensuchmaschine, die dabei hilft.

    Was jeder Neugierige/Anonyme dann daraus macht, ist die andere Seite. Da hat man wohl keine Macht. Man kann niemandem den Mund verbieten. Es sei denn, es artet in Mobbing, Verleumdung und üble Nachrede aus. (selbst erlebt ). Da ist dann die Polizei zuständig.

    Es liegt bis zu einem gewissen Grad an jedem selbst, wie gläsern/wie undurchschaubar er erscheinen möchte. Ich habe kein Problem damit. Natürlich bietet man mit einem Leben ohne stetes Maskentragen auch eine gute Angriffsfläche für- nun sagen wir mal,nett ausgedrückt- Neider, permanente Meckerer oder „Kranke Typen“ .
    Die gibt es leider.Auch bei Yasni.

    Was den Datenschutz anbelangt, etwa bei facebook, da bin ich eher vorsichtig. Da mag ich keinen Zgriff auf meine persönlichen Daten.Auch in anderen Plattformen geht das ruckizucki- und schon wird das Adressbuch gescannt, aber doch nur aus dem „guten Grund“ ;-), damit man mehr Freunde findet;-)

    Was man im Internet tut, sollte man aber doch gut überlegen. Ich hatte dummerweise kurzzeitig mein jimdo-Pro- Abbo gekündigt und und nicht bedacht, dass mir damit meine Domain“…..“nicht mehr gehörte. Ich hatte mir eingebildet, das könnte ich so ohne weiteres rückgängig machen. Doch inziwschen hatte SEDO meinen Domainnamen aufgekauft und zur Versteigerung freigegeben. Ich habe ein Gebot abgegeben, das Niedrigste, was es gibt…..

    Wer mir Böses will (und diese Leute gibt es leider- warum auch immer…), der könnte/kann (hallo!!!) einigen Unfug anstellen!!Oder sehe ich da zu schwarz?
    Das war mir eine echte Lehre.

    Ich wünsche noch eine angenehme Woche- gläsern oder bedeckt.
    Regina

  2. @“…schon wird das Adressbuch gescannt, aber doch nur aus dem “guten Grund” 😉 , damit man mehr Freunde findet;-)“

    Und diesmal aus wirklich gutem Grund gibt es diesen automatischen Adressbuchabgleich bei Yasni nicht! Dennoch freuen wir uns natürlich über jede verschickte Einladung und jedes neue Yasni Exposé! 😉

  3. Ich kann mich sehr gut ber die Aufregung errinnern als in 80er eine Volkszählung in BRD gemacht wurde.. Man wollte u.a. wissen, wie viel Zimmer vorhanden sind, wie viele Personen im Haushalt leben sowie wie viel Kühlschränke etc. vorhanden sind. Die Bevölkerung protestierte“ diese Fragen verletzen unsere Privatsphäre“

    Heute sieht es anders aus. Durch das Internet, online einkaufen und private- teilweise sehr persönliche Aktivitäten ink. die bekanntgabe persönlicher Terminkalender oder Speiselan gibt man viel mehr von wsich preis als damals in den von heutiger Sicht harmlosen Volkzählungsfragebogen. Dazu kommt, dass das Internet völlig neue einfachere Wege zur anonymen und auch verleumderischen Angriffe ebnet, die viele Menschen seelisch belasten kann.

    Gerade deshalb, kann ein Profil bei Yasni sehr klärend und hilfreich sein, da jeder die aufgenommennen Links -positiv wie negativ – kommentieren, korrigierend kommentieren bzw. erklären und alle sichtbar nebeneinander präsentieren kann.

    Privatsphäre gehört der Vergangenheit. Nur, weil viele unsere Daten in einschlägigen Suchmaschinen nicht für jeden sofort siehtbar sind, bedeutet es nicht, dass sie nicht gesammelt, ausgewertet werden oder vorhanden sind. Gläserne Gesellschaft ist Realität. Nur, der, der diesen erkennt und sich damit auseinander setzt, liefert sich dem nicht ohnmächtig aus, sondern sieht ein, dass nur eine ernsthaft gepflegte Reputationsmanagement die eigene Person richtig und authentisch präsentiert.

    Yasni ist und kann viel mehr als hauptsächlich ein Plattform zu sein um neue Bekannte zu finden oder als Chatersatz benutzt zu werden. Wer sich etwas mehr damit beschäftigt, wird Yasni viel mehr verstehen und von Yasni viel mehr profitieren.

    Liebe Grüsse

    Tedora

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